Passivhaus oder nicht?

Der erste Schritt zur Planung war für uns die Auswahl der Bauweise. Bei den heutigen Heizkosten (vor allem die unseres alten Hauses) stand fest, es soll ein Energiesparhaus werden. Ein Passivhaus ist sicher gut, aber dazu braucht man deutlich mehr Finanzen, hat mehr Aufwand und muss sich genau überlegen ob es sich wirklich lohnt. Wir sind zu dem Entschluss gekommen: Nein!

Welche Bauweise ist die richtige für uns?

Also habe ich lange im Netz gelesen und verglichen. Von der Styroporbauweise war ich sehr schnell begeistert. Und das hatte natürlich seine Gründe. Holzständerbauweise fiel für uns gleich aus. Sicher, die Wände sind schmal und dennoch gut isoliert, aber was ist bei einer kleinen Undichtheit oder gar einem Rohrbruch? Das ganze Holz in den Wänden wird nass und die Probleme fangen an. Das gefiel uns nicht. Dann doch lieber massive Wände. Ein normal gemauertes Haus muss nachträglich isoliert werden, was wieder zusätzliche Kosten und vor allem mehr Zeit bedeutet. Poroton hat zwar einen guten Wärmedämmwert, ist aber sehr empfindlich gegen Feuchtigkeit. Also sind wir bei Styroporsteinen gelandet.

Die Vorteile der Styroporbauweise

  • Styropor nimmt kaum Wasser auf
  • das gesamte Haus ist top isoliert
  • es entstehen weder bei Stürzen noch bei der Decke Wärmebrücken
  • nahezu jede Form ist baubar
  • der Bau belastet körperlich nicht so
  • und ganz wichtig: wir konnten selber bauen

Unsere Entscheidung stand fest!

Die Wahl des Baupartners

Nun die Frage, welcher Anbieter? Mir fielen Isorast, Varianthaus, Styrostone und ein paar (zu teuere) Anbieter auf. Laut Forenmeinung ist Styrostone der günstigste. Nach erfolgreicher Anmeldung und stundenlangem Gewusel bei der Steinzusammenstellung, war ich nicht der Meinung. Ich fand es nicht günstig und vermisste eine richtige Betreuung. Vielleicht dummer Zufall oder anderes, aber irgendwie klappte nichts richtig und Styrostone fiel raus. Blieben noch Isorast und Varianthaus. Varianthaus klang am Telefon sehr zuversichtlich, aber auch etwas großspurig und siegessicher. Egal, das war mein persönliches Gefühl und musste ja nichts mit dem Anbieter zu tun haben. Varianthaus blieb also im Rennen. Dazu suchte ich noch einen Isorast-Anbieter in der Nähe (so nah es ging). Gelandet bin ich bei MS-Bausatzvertrieb. Wir haben uns sofort gut verstanden und ich hatte das Gefühl keinen Vertreter, sondern einen Hausbauer am Telefon zu haben. Wie schon gesagt, der persönliche Eindruck muss nicht immer ausschlaggebend sein und nun musste der Preis entscheiden.

Den Grundriss des Hauses hatten wir schon mit einer Architekten-Software erstellt. Und diese Investition würde ich jedem Hausbauer empfehlen! Näheres dazu später. Beide bekamen also den Grundriss und unsere Vorstellungen. Die Angebote waren beide in Ordnung und ich begann zu handeln. Ein Hausbau ist eine große Investition, sollte deshalb gut durchdacht werden und natürlich preislich stimmen. Klar gibt es nichts geschenkt, aber einen Spielraum hat jeder Anbieter und den wollte ich so gut es geht ausreizen. Als am Preis für die Steine nichts mehr zu machen war folgten Angebote über zusätzliche Dienstleistungen wie Architekt, Decke, Schornstein….. Ein abschließendes vollständiges Angebot von beiden war vergleichbar. Varianthaus war etwas günstiger, wenn auch nicht wie in der Werbung versprochen um 5%. Letztendlich haben wir uns doch für Isorast entschieden. Ausschlaggebend war der Name Isorast als Erfinder der Bauweise und damit auch Marktführer, sowie letztendlich doch das persönliche Gefühl. Und es war eine gute Entscheidung.

Bei der Planung sollte eine Architektensoftware genutzt werden

Wenn man sich entschieden hat ein Haus zu bauen, scheinen das alle Anbieter zu riechen und man bekommt reichlich Info-Material. Somit natürlich auch einen Überblick über die Hausgestaltung. Man bedenke aber: Man baut das Haus für sich, es muss zu einem passen und keiner möchte ein Jahr später die Wände wieder umsetzen. Deshalb muss der Grundriss sehr gut durchdacht werden. Ich kann die Stunden nicht zählen, die ich am Rechner saß und tüftelte. Selbst auf Arbeit (bei Laufzeit meiner Maschine selbstverständlich) hatte ich einen Block und machte mir meine Gedanken und Striche. Da wir vorher ja schon ein Haus hatten, wussten wir was uns gefiel und was anders werden musste. Nur musste das ganze auch in die vier Wände passen. Wir suchten uns also einen Grundriss aus den Angeboten, der uns in etwa gefiel und wo die Außenmaße passten. An dem wurde dann gearbeitet. Schnell ist ein Block alle und das Zeichnen dauert ewig. Im Fernsehen lief die Sendung “Die eigenen vier Wände”. Passend dazu gab es eine Software und ich versuchte die Demo-Version. Ein ganz anderes arbeiten. Wände lassen sich verschieben, Räume mit Möbeln bestücken und eine 3D-Ansicht vermittelt wie der Raum nachher wirkt. Man kann sich noch soviel Mühe geben, aber wie ein gezeichneter Raum mit den eigenen Möbeln aussieht, kann man sich anhand eines Papierblattes nur schwer vorstellen. Mit der richtigen Software lassen sich Möbel an die eigenen Maße anpassen, einsetzen und ergeben ein richtiges Bild. Deshalb empfehle ich jedem, der ein Haus nach eigenen Vorstellungen bauen möchte, etwas Geld in die passende Software zu investieren. Es lohnt sich wirklich. Gearbeitet habe ich letztendlich mit Arcon 8.0. Inzwischen gibt es sicher aktuellere Versionen